Musikalisches Leben

Mit 11 Jahren, also im Jahre 1966 in Santa Fe, Argentinien, lerne ich Gitarre spielen - und eine Passion wird geweckt, die mich mein Leben lang begleiten wird.

Die Stimme spielt ebenfalls mit, und so profitierte ich während der Militärzeit bei der Infanterie als Musiker enorm, weil ich und die Kollegen (Musiker) von den Offizieren zu jeder Feier geholt werden - und wenn wir unsere Sache gut machten, entstanden wertvolle Vergünstigungen wie z.B. länger schlafen dürfen als die anderen Rekruten und keine Wachdienste. Außerdem lernte ich hier, wie es wäre, nur für Männer Musik zu machen: ziemlich langweilig...

Während der darauf folgenden Ausbildung zum Sportlehrer ergeben sich ebenfalls Vorteile: In Argentinien gab es seinerzeit keine Indoor-Anlagen, Sport fand grundsätzlich unter freiem Himmel statt - auch bei Regen. Ich aber hatte bei schlechtem Wetter die Option, drinnen Musik zu unterrichten anstatt draußen nass zu werden.

1981 beginnt meine professionelle Musikerkarriere. Mit einem Stipendium in der Tasche reiste ich als 26-jähriger nach Köln, um an der Deutschen Sporthochschule zu studieren. Nach nur drei Monaten war das mitgebrachte Taschengeld verbraucht, und so beginnt die Karriere - frei nach dem "American Dream" - ganz unten: Als Straßen- und Restaurantmusiker mit dem Teller in der Hand. Für diese nicht ganz einfache aber lehrreiche Zeit gilt mein ganz spezieller und herzlicher Dank Carlos Pereira aus Portugal - Gracias Carlitos!

Im Laufe der folgenden Jahre entstehen zahlreiche und fruchtbare Kontakte zu anderen Musikern in Deutschland, von denen hier nur einige genannt werden sollen: Luis Barrios Osuna (Ex Cuarteto Imperial), Arsenio Jara, Leo Barreto, Kiko Poncho, Genaro Acosta Gonzalez (Los Paraguayos) und Amandio Pires (Los Tres de Portugal).

Mit diesen und anderen Musikern kommt es zu vielen gemeinsamen Auftritten und wertvollen künstlerischen Erfahrungen. Von 1985 - 88 gehörte ich zu den Stammmusikern von Roberto Blanco und war mit diesem auf Tournee in ganz Europa und hatte Fernsehauftritte u. a. bei Rudi Carrell in "Verflixte Sieben", bei Karsten Speck in "Ein Kessel Buntes" sowie bei der großen ARD Silvestergala 1985 aus Berlin-Tempelhof.

Langsam aber sicher, formierte ich mich als Profi in Gitarrenspiel und Gesang - dank Unterricht in Stimme und Atemtechnik.

Musikalisches Leben

Hellen Kwon  ...meine "größte Hilfe!!"

Hellen hat eine sehr wichtige Rolle in meiner Gesangsentwicklung gespielt. Nach fast jedem Auftritt traten starke Halsschmerzen (Stimmbänder!) auf und so entstand die Idee, die Atemtechnik prüfen zu lassen.

An der Pinnwand der Musikhochschule in Köln sah ich im Winter 1983 per Zufall eine Notiz mit dem Titel "Atemtechnik bei Hellen Kwon". Die damalige Gesangstudentin wollte so einen Teil ihres Studium mit diesem Nebenjob finanzieren.

Schnell wurden wir uns einig und ich nahm einmal pro Woche Unterricht in Gesangsatemtechnik in einer kleinen Studentenwohnung nahe Köln-Neumarkt. Hellen hat das natürliche Talent von mir direkt gehört und mit der für eine professionelle Ausübung nötigen Technik versehen. Für ihre Konsequenz während der Unterrichtsstunden bin ich ihr bis heute dankbar.

Was ist aus Hellen Kwon geworden?

Sie gewann den ersten Preis der italienischen Novara International Singing Competition (1984) und im selben Jahr debütierte sie als "Königin der Nacht" am Staatstheater Wiesbaden.

2010 erhielt Hellen Kwon für ihre Rolle in "Das Gehege" in der Hamburgischen Staatsoper den Rolf-Mares-Preis in der Kategorie "Außergewöhnliche Leistungen Darstellerinnen".

2011 verlieh ihr der Hamburger Senat auf Anregung von Opernintendantin Simone Young den Ehrentitel "Hamburger Kammersängerin".

Hellen hat in Paris, Zürich, an der Bayerischen Staatsoper in München sowie an der Wiener Staatsoper gesungen. Auch auf zahlreichen internationalen Festivals sowie im Jahr 1988 bei den Bayreuther Festspielen, 1990 in Aix en Provence und 1991 in der "Entführung aus dem Serail" bei den Salzburger Festspielen.

Tja.............und GONZALEZ hat schon in Euskirchen, Wanne-Eickel, Geilenkirchen bei Aachen, Bukarest, und Ses Salines auf Mallorca gespielt!

Ich konnte profitieren von meiner guten Auffassungsgabe, lernte schnell die deutsche Sprache und begann parallel zum Gitarrenspiel, mit dem Publikum zu kommunizieren. Ich baute Erzählungen und Anekdoten meiner Kindheit in Argentinien in meine Auftritte ein – Eine Zeitung schrieb damals: „Ein Künstler, der sich in ein musikalisches Feuerwerk verwandelt und seine Auftritte sind stets emotionsgeladen aber auch voller Humor....“

Es folgen zahlreiche und vielseitige Auftritte in Portugal, Rumänien, Schweden, Norwegen, Dänemark, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Italien, Griechenland, Österreich, der Schweiz, Belgien, Luxemburg und natürlich in Deutschland, meiner neuen Heimat. Spätestens seit 1995 agierte ich als Musiker und Entertainer von Köln aus als Spezialist für Unterhaltungsmusik auf hohem Niveau, egal ob auf privaten Partys, Firmenveranastaltungen, Messen oder Straßenfesten. Besonderer Dank für die jüngere Vergangenheit ab 1995 gilt den Freunden und Musikern Manuel Torres und Sergio Terán für ihre Professionalität, ihre Zuverlässigkeit und ihre Menschlichkeit - auch wenn sie immer noch ziemlich unpünktlich sind - trotzdem ..... Gracias muchachos!